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Wir nehmen mal an du würdest alle Karten am Tisch sehen können. Es wird ganz normal gespielt, nur hast du die Computer der Gegner gehackt und kannst die Karten sehen.

Das geht natürlich nicht, wir nehmen es aber einmal an. Wenn du die Karten siehst, kannst du perfektes Schafkopf spielen. Wenn du jetzt aber die Karten nicht mehr sehen kannst und spielst anders im Vergleich zu dem Fall, dass du sie sehen kannst, dann machst du einen Fehler.

Sollst du ihn gleich stechen oder deine Trumpf Sau schmieren? Wenn aber nicht, solltest du stechen.

Wenn du jetzt die Karten deiner Mitspieler sehen kannst, würdest du perfekt spielen. Du wüsstest ob du stechen musst oder nicht.

Nun kannst du aber die Karten nicht sehen. Und wenn du jetzt anders spielst, spielst du nicht mehr perfekt.

In diesem Fall würdest du zum Beispiel Schmieren obwohl deine Mitspieler nicht stechen können — nicht gut.

Oder du würdest den Stich nehmen obwohl dein Mitspieler den Stich nehmen muss, weil er nur einen Trumpf, nämlich den Herz Ober hat — auch nicht gut.

Beides sind Beispiele für nicht-perfektes Spiel. Diese Fehler hättest du nicht gemacht, wenn du die Karten deiner Mitspieler gesehen hättest.

Schafkopf hat sich stark verändert. Vor einigen Jahren konnte man vor allem mit erfahrenen Spielern spielen, die wenig Fehler machten.

Dazwischen drängten sich natürlich auch einige Anfänger, die nicht ganz so perfekt gespielt haben. Ist natürlich halb so wild, jeder hat einmal angefangen.

Was sich meiner Meinung nach aber ganz stark verändert hat ist die Einstellung dieser Anfänger. Sie sehen sich nämlich nicht als solche.

Grundsätzlich gilt: wer am lautesten schreit, hat am wenigsten verstanden. Natürlich gibt es offensichtliche Fehler und jeder ist eigentlich froh wenn sie einem nahe gelegt werden.

Nur so kann man lernen und sich weiter entwickeln. Aber solche konstruktive Kritik ist selten. Diejenigen, die helfen könnten ist es meistens egal.

Das kann man sehen wie man will. Es gibt aber etwas was ich schon fast unerträglich finde. Und zwar ist das Kritik, die auf perfekten Informationen basiert.

Denn der Zug ging in die Hose. Sie denken aber nicht daran was eigentlich wichtig ist, nämlich die Informationen die der Spieler zum Zeitpunkt des Zuges hatte.

Aber das kann nach seinem Informationsstand zu diesem Zeitpunkt der best mögliche Zug gewesen sein. Gleiches gilt für die Fälle wo man sich bereits etwas anhören muss bevor der Mitspieler seine Karten kennt.

Oft sieht ein eigener Zug komplett unglücklich aus, zum Beispiel eine blanke Zehn auszuspielen wenn der Mitspieler als nächstes kommt.

Aber wenn man nur noch blanke Zehner oder Trümpfe hat, bleibt einem als Nicht-Spieler kaum was übrig.

In so einem Fall kann man gar keinen Zug machen der dem Mitspieler gefallen kann. Mein Rat: Wenn ihr jemanden kritisieren wollt, versetzt euch in die Lage des Spielers.

Was wusste er zu diesem Zeitpunkt? Was war schon weg? Was hatte er für Alternativen? Was hat er sich dabei gedacht?

Wenn nichts davon Sinn macht und es sich um einen klaren Fehler handelt, dann kann man trotzdem konstruktiv kritisieren. Oder einfach den Tisch wechseln.

Auf Seiten wie Sauspiel. Sie erkennt man meistens daran, dass sie unter Punkte haben. Ganz offensichtliche Anfänger sind welche mit genau , denn sie haben entweder gerade erst angefangen und machen ihr erstes Spiel, oder was wahrscheinlicher ist , sie haben schon häufiger ihre Punkte verbraucht und kommen gerade vom Nachladen.

Beides spricht nicht gerade für Qualität am Tisch. Die Frage, die man sich stellen sollte ist, ob man an so einem Tisch bleibt oder nicht.

Und diese Frage ist alles andere als einfach zu beantworten. Werfen wir einmal einen Blick auf die verschiedenen Spielertypen:.

Das ist ein Spieler, den man eigentlich am liebsten am Tisch hat. Er ist komplett verunsichert und hat kein Vertrauen in seine Fähigkeiten.

Er sieht ständig das Monster unterm Bett und spielt extrem zurückhaltend. So ein Spieler wird langsam aber sicher seine Punkte verlieren.

Bis er irgendwann mal seine Zurückhaltung ablegt und Selbstvertrauen getankt hat. Das sind Spieler, denen es nicht an Selbstvertrauen mangelt.

Im Gegenteil. Sie überschätzen sich gnadenlos und denken für ein Solo braucht man nur 3 Trümpfe und jede Sau wird durchgehen.

Solche Spieler hat man eigentlich gerne am Tisch weil jedes Solo oder jeder Wenz praktisch aussichtslos sind. Das Einzige was man nicht möchte ist ein Sauspiel mit so einem wenn man selbst schwach ist.

Das kann teuer werden. Allerdings kann man das mit Soli und Wenzen kompensieren. Kritisch wird es wenn er bei jeder Hand klopft und meint spritzen zu müssen.

Das sind dann Spiele, die richtig ins Geld gehen können und er zieht eben immer einen unschuldigen Mitspieler ins Verderben.

Sie treten nämlich relativ häufig auf, sind aber schwieriger zu erkennen. Diese Spieler sind zwar noch Anfänger, aber schon relativ gut.

Sie wissen, dass man als Gegenspieler sucht und nicht Trumpf spielt. Sie wissen, dass man beim Wenz die Farbe spielt mit der sich ein Mitspieler abgespatzt hat, und so weiter.

Sie wissen aber eben nicht alles — oder sie wenden es nicht immer richtig an. Sie machen wenige, dafür aber sehr teure Fehler.

Sie passen nicht auf welche Trümpfe noch übrig sind und vergessen zu Schmieren. Oder sie versuchen das Maximum an Augen pro Stich zu machen ohne Rücksicht darauf noch weitere Stiche machen zu müssen.

Sie haben ganz bestimmte Spielzüge im Repertoire, die sie nicht überdenken und jedes mal so ausführen. Beim Souveränen ist es klar: Es gibt keine Strategie.

Fehler passieren und damit muss man leben. Als Gegenspieler profitiert man, als Mitspieler leidet man. Normalerweise gleicht sich das im Laufe des Abends aus.

Auch beim Feigling ist es schwierig. Hier sollte man lediglich schauen ständig Druck auszuüben. Mit aggressivem Klopfen und Kontras fühlt er sich unwohl.

Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass er nicht spielt alleine deswegen weil ein anderer Spieler geklopft hat und damit Stärke zeigt.

Natürlich sollte man kein Harakiri spielen, aber eine Spielweise auf der aggressiveren Seite ist ausreichend.

Hat man eine grenzwertige Entscheidung so ist häufig die aggressivere Entscheidung die bessere. Bei den Vögeln ist es komplett anders.

Hier ist man selbst als guter Spieler oft überfordert. Man sitzt da mit drei Ober auf der ersten Hand, klopft und muss mit ansehen wie zwei andere Vögel auch noch klopfen.

Ist die zweite Hand dann weniger prickelnd, muss man sich dreimal überlegen ob man sich das antun soll.

Eigentlich gibt es zwei Strategien, die beide funktionieren könnnen. Entweder spiele ich ebenfalls aggressiv, aber nicht dumm wie ein Vogel.

Also ich lasse mich nicht vom klopfen abhalten und gebe auch ein Kontra wenn es angebracht ist. Ich lasse mich nicht von ihnen einschüchtern und spiele, wenn es vertretbar ist.

Ich bleibe aggressiv, aber lasse mich nicht auf das Niveau herab und spiele ganz grenzwertige Spiele, vor allem Soli. Oft reicht ein Unter und zwei Sauen, dass sie meinen sie wären unschlagbar.

Die andere Strategie ist passiver. Man spielt nur Omas und ist auch mit Klopfen zurück haltender. Mit dieser Strategie vermeide ich natürlich sehr teure Spiele und begrenze Verluste im schlimmsten Fall.

Aber ich optimiere sicherlich auch nicht meine Gewinne. Man muss natürlich selbst entscheiden wie man dagegen spielt.

Aber Fakt ist, dass man durchschnittlich höhere Gewinne gegen diese Spieler immer auch mit mehr Risiko erkauft.

Es kann also auch mal richtig nach hinten los gehen wenn man Pech hat. Ich frage mich häufig was eigentlich die idealen Ausspiele sind wenn man in zweiter oder dritter Position sitzt und man in der unangenehmen Lage ist hinter sich noch einen oder zwei Spieler zu haben.

Ist man Farbfrei und es sind bereits Augen drin muss man eigentlich reinstechen. Die Frage ist dann wie hoch und wie wahrscheinlich ist es dass die Spieler nach mir ebenfalls frei sind und noch drüber stechen können?

Da gibt es einfach vieles was mit dem ersten Stich bereits schief gehen und das Solo zum Scheitern bringen kann.

Klassisches Beispiel ist wenn der Gegenspieler den Zehner ausspielt, der zweite den König und man mit Trumpf 10 oder gar Sau reinsticht, der Spieler nach einem aber ebenfalls frei ist und mit dem Schellen Unter einen richtig guten Stich machen kann.

Dieses Szenario ist wahrscheinlicher als man zunächst denkt. Wenn die Gegenspieler klug sind halten sie die Sau zurück damit wir davon ausgehen, dass sie beim Spieler nach uns ist.

Das passiert wenn die beiden Spieler zuvor zu vorsichtig sind und gar keine Augen platzieren. Dann komme ich nämlich hinten drauf und kann als letzter entscheiden.

Was eigentlich noch viel besser ist: Die Spieler gehen davon aus, dass ich mich mit Gras abgespatzt habe und werden diese Farbe kaum ausspielen beim zweiten.

Das wäre eigentlich das einzige was mich stören würde, nämlich Gras mit einem grasfreien Gegenspieler, der meine Sau sticht und mich für den dritten Stich nicht mehr in Position bringt.

Dann spielt er womöglich Eichel nach worauf ich zumindest den Eichel Unter legen müsste. Das kann man hier ideal ausnutzen. Es gibt kaum einen besseren Beginn für ein Solo wie diesen hier.

Das Ergebnis war natürlich auch ein 2-Stich Schneider. Der wäre sicher nicht möglich gewesen wenn einer der Mitspieler zumindest mal Eichel König oder Eichel Zehn gesetzt hätte.

Klar schenken sie mir dann auch Augen falls ich ihn nehme, aber sie geben mir zumindest nicht die Möglichkeit mich so günstig abzuspatzen.

Eigentlich schon fast ein Solo, aber der Spieler neben uns meint spielen zu müssen. Wir sagen weiter und er spielt auf die Gras Sau.

Klares Kontra. Man macht den ersten Stich und sucht mit dem Gras Zehner. Die Sau geht allerdings durch und wir verlieren mit 57 Augen.

Das bleibt dann meist nicht ohne Folgen, denn so manche Mitspieler meinen dann welch einen Mist man gespielt habe und warum man da überhaupt ein Kontra gibt.

Eigentlich müsste man so etwas einfach ignorieren, aber jeder, der sich Kritik zu Herzen nimmt, fragt sich dann schon ob er etwas falsch gemacht haben könnte.

Der Mitspieler, der sich über so ein Kontra beschwert spielt entweder noch nicht lange, hat nicht aufgepasst wie gut unsere Hand eigentlich war oder versteht nichts von Wahrscheinlichkeiten.

Letzteres ist am ehesten der Fall. Nachdem wir den ersten Stich gemacht haben, müssen wir natürlich suchen. Die Frage ist ob Gras König oder Zehner.

Da wir bereits zwei Gras haben, nehmen wir dem Mitspieler schon einige Kombinationen ab so dass die Wahrscheinlichkeit, dass er frei ist deutlich höher liegt.

Das Problem ist aber auch folgendes: Wir halten bereits 5 Trümpfe von Der Spieler wird auch ein paar haben, sagen wir mal 4 oder 5.

Dann bleiben noch 4 — 5 übrig für die beiden anderen Spieler. Da schon einmal Trumpf gegangen ist, benötigt unser Mitspieler mind.

Unterm Strich sollte man schon davon ausgehen, dass er noch in der Lage ist zu stechen. Einfacher ist die Situation natürlich wenn im ersten Stich kein Trumpf ging, sondern wir gleich suchen können.

Dann braucht er nur einen Trumpf von den verbleibenden 4 — 5. In so einer Situation kein Kontra zu geben weil man Angst davor hat eventuell zu verlieren und sich dumme Sprüche anzuhören, lässt unterm Strich sehr viel Geld liegen.

Solche Sprüche bekommt man leider oft zu hören weil die Mitspieler scheinbar denken dass man automatisch gewonnen hat wenn man ein Kontra gibt.

Es sollte nicht oft vorkommen bei einem Sauspiel, aber manchmal hat man 3 Spatzen in zwei verschiedenen Farben, zum Beispiel Eichel 7, Eichel 8 und Gras Zehn.

Die restlichen fünf Karten sind zu gut als dass man auf weiter klicken kann. Ein Solo kommt allerdings auch nicht in Frage. Deswegen stehen wir vor dem Problem entweder auf Eichel zu spielen oder auf Gras.

Das Problem ist eigentlich ganz einfach: Da wir zwei Eichel haben ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Sau nicht durchgeht relativ hoch.

Wenn wir aber mit Gras spielen und die Sau nicht durchgehen sollte, verlieren wir wegen dem Zehner auch gleich 10 Augen mehr.

Auch nicht gerade gut. Die Frage ist also: Was ist schlimmer? Am wichtigsten ist erst einmal der Wahrscheinlichkeitsunterschied im Vergleich zu 2 Suchfarben mit nur einer Farbe.

Das sind die guten Nachrichten. Die schlechten sind aber, dass wir eben 10 Punkte mehr verlieren wenn sie zusammen gestochen wird.

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4 comments

  1. Ich meine, dass Sie den Fehler zulassen. Geben Sie wir werden es besprechen. Schreiben Sie mir in PM, wir werden umgehen.

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